Heimtierjournal 167

22 HILFE KENNT KEINE FEIERTAGE DLRG-Rettungshunde Weit über 1 000 Menschenleben retten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) jedes Jahr. Nicht immer sind es couragierte Rettungsschwimmer:innen, die sich dafür im Sommer in Seen, Flüsse oder Meere stürzen. Auch in der kalten Jahreszeit und während der bevorstehenden Feiertage werden die Freiwilligen regelmäßig zu Lebensretter:innen. Oft bekommen sie tierische Unterstützung. Über 30 Sucheinsätze hat Cornelia „Conny“ Krenz von der DLRG-Ortsgruppe Stormarn in Schleswig-Holstein dieses Jahr bestritten. Dabei stets an ihrer Seite: ihr Labrador Bailey. Wird ein Mensch in der Region vermisst, holt die Polizei die bereits vor 20 Jahren gegründete Schnelleinsatzgruppe Rettungshunde der DLRG aus Stormarn zu Hilfe. Die Hundeführerinnen und Hundeführer suchen mit ihren Vierbeinern gezielt große Gebiete ab. Hierfür machen sich die Ehrenamtlichen den exzellenten Geruchssinn der Hunde zunutze. WENN NACHTS DAS TELEFON KLINGELT Etwa alle zehn Tage geht bei Conny ein Alarm ein. Häufig klingelt das Telefon mitten in der Nacht. „Ich habe einen tiefen Schlaf und höre das gar nicht. Aber Bailey kommt und weckt mich“, verrät die 58-Jährige. Der neunjährige Rüde mit glänzendem schwarzen Fell ist ein erfahrener Rettungshund. Schon seit acht Jahren ist er mit großem Eifer dabei, vermisste Personen zu finden. „2017 fingen wir mit der Ausbildung an. Seitdem sind wir Feuer und Flamme für diese Aufgabe.“ Vor dreieinhalb Jahren kam mit Kalu ein weiterer Labrador in die Familie Krenz. Gemeinsam fahren beide Hunde mit Conny mittwochs und am Wochenende zum Training. Mit der Ausbildung von Kalu sorgt Conny dafür, dass sie auch nach dem Renteneintritt von Bailey weiter ihrer Leidenschaft nachgehen kann. Diese verlangt ihr eine Menge ab. Jeder Einsatz dauert mindestens vier Stunden. Auf die Tages- oder Nachtzeit haben die Rettungshundeteams ebenso wenig Einfluss wie auf die Witterung. Für die Anreise ins Suchgebiet legen die Einsatzkräfte bis zu 50 Kilometer zurück. ENORME BELASTUNGEN UND MOMENTE DES GLÜCKS Einem mehrstündigen Sucheinsatz folgt immer eine Nachbesprechung im Team. Manchmal ist auch noch eine psychosoziale Unterstützung gefragt. Alle müssen darauf gefasst sein, dass der Einsatz auch mit dem Fund einer toten Person enden kann. Besonders belastend ist es für die Ehrenamtlichen, wenn Kinder vermisst werden. In den meisten Fällen handelt es sich aber um die Suche nach älteren Personen, die dement sind, unter Diabetes leiden oder andere Erkrankungen haben, die bei ihrem Verschwinden eine Rolle spielen können. Der Einsatz endet für Bailey oft ohne eigenen Sucherfolg. Doch alle Hunde werden immer belohnt. Ob Training oder Einsatz, Finden oder Nichtfinden: Sie laufen immer für die Belohnung. „Meine Labbis sind verfressen. Sie stehen auf Futter. Andere sind verrückt nach einem bestimmten Spielzeug. Das sind ihre Glückmomente“, erklärt Conny. Ihre eigenen Glücksmomente erlebt die erfahrene Hundeführerin insbesondere bei erfolgreichen Einsätzen. „Wenn wir die gesuchte Person lebend finden, ist das ein unbeschreiblich schönes Gefühl.“ DLRG MEHR ÜBER DIE ARBEITEN DER DLRG E. V. ERFÄHRST DU HIER: ©DLRG ©DLRG ©DLRG

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