Heimtierjournal 167

fernt. Doch Reinigung und Umwälzung sind nicht die einzigen wichtigen Aufgaben eines Filters. So übernimmt die biologische Filterung einen großen Teil des Schadstoffabbaus in der Unterwasserwelt. Voraussetzung dafür ist die Ansiedlung von Mikroorganismen auf den geeigneten Filtermedien. Dabei wandeln die nützlichen Bakterien Schadstoffe, wie Ammoniak, in ungiftige Stoffe um. Diese notwendigen Bakterien sind allerdings nicht von Anbeginn im Aquarium oder Filter vorhanden. Es dauert einige Zeit, bis sie sich in ausreichender Menge angesiedelt und vermehrt haben und der Filter somit sein volles Leistungspotenzial entfalten kann. Um den Prozess der Verfügbarkeit der Bakterien zu beschleunigen, sind in den Fachmärkten sogenannte Filterstarterbakterien erhältlich. Die speziell gezüchteten, hochreinen Mikroorganismen aktivieren sofort die natürlichen biologischen Reinigungskräfte im Filter. INNEN- ODER AUSSENFILTER? Welche Variante sich für die heimische Unterwasserwelt am besten eignet, richtet sich in erster Linie nach deren Größe und der Anzahl an Aquarienbewohnern. Meist mit einem Saughalter versehen, werden Innenfilter direkt innerhalb des Aquariums angebracht. In vielen Komplettsets gehört diese Variante des Filtersystems zum gängigen Zubehör. Da sie eine geringere Filterkapazität besitzen als Außenfilter, finden Innenfilter die häufigste Verwendung bei kleinen bis mittelgroßen Becken. Größere Aquarien ab 120 Liter werden in der Regel mit einem deutlich leistungsfähigeren Außenfilter betrieben. Dabei sind die wesentlichen Teile des Filtersystems außerhalb des Aquariums positioniert. Mit Schläuchen oder Rohren ist der Außenfilter mit dem Becken verbunden. Häufig findet die zugehörige Technik eines Außenfilters ihren optimalen Platz in einem entsprechenden Unterschrank. Im Vergleich zur Innenfiltervariante muss der Außenfilter wesentlich seltener gereinigt werden. Die Reinigung selbst ist, bedingt durch die notwendige Säuberung diverser Filtermaterialien und Schläuche, etwas zeitaufwendiger als die eines Innenfilters. AQUARIENFILTER RICHTIG REINIGEN Um die Nutzbakterien zu schonen, sollte der Aquarienfilter erst dann gereinigt werden, wenn die Leistung nachlässt oder das Wasser nicht mehr richtig durchfließen kann. Hochwertige Filter haben Standzeiten von bis zu mehreren Monaten. Lässt die Leistung schon nach wenigen Wochen nach, ist das Aquarium möglicherweise überbesetzt, die Futtermenge ist zu hoch oder der Filter ist schlichtweg zu klein für das zu pflegende Aquarium. Für die Reinigung werden Außenfilter zunächst vom Netz genommen, vom Wasserkreislauf abgekoppelt und Innenfilter aus dem Aquarium entfernt. Dann werden die Filtermedien entnommen und vorsichtig in warmem Leitungswasser ausgespült, denn die nützlichen Bakterien sind temperierte Wasserverhältnisse gewohnt. Um deren Bestand so wenig wie möglich zu mindern, gibt es allerdings noch ein paar weitere Reinigungstipps. Muss auch der grobe Dreck entfernt werden, sollten die Filtermedien nicht zu gründlich gespült werden, um den Bestand der Bakterien möglichst nicht zu minimieren. Generell sollten Filterreinigung, das Absaugen des Bodengrunds sowie der Wasserwechsel niemals am selben Tag durchgeführt werden. Für das empfindliche Gleichgewicht im Aquarium würde dieses zu viele Veränderungen gleichzeitig bedeuten. AUSWECHSELN DES FILTERMATERIALS In regelmäßigen Abständen ist es erforderlich, die Funktionstüchtigkeit des Filters zu prüfen und bei Bedarf das Filtermaterial auszuwechseln. In welchen Zeitabständen dieses notwendig wird, ist unter anderem abhängig vom Verschmutzungsgrad des Wassers und der Belastung mit Schadstoffen. Wichtig ist es, grundsätzlich nur eine kleine Menge des alten Filtermaterials durch neues zu ersetzen, um eine ausreichende Anzahl an Bakterien für die biologische Filterung zu erhalten und das ökologische Gleichgewicht des Aquariums nicht zu gefährden. 35

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