zerbrechlichen Körperbau und auch Chinchillas brauchen einen sehr behutsamen Umgang. Schon ein falscher Griff kann zu ernsten Verletzungen führen. Das ist ein weiterer Grund, weshalb die Tiere weniger in Kinderhände gehören. Entsprechende Vorsicht walten zu lassen, gilt daher bei den notwendigen Pflegemaßnahmen wie den regelmäßigen Gesundheitschecks. Doch heißt es nicht, dass die Tiere nicht zahm werden können. Vor allem Chinchillas sind zu engen Bindungen an ihre Halter:innen fähig. Wer Einfühlungsvermögen und Geduld beweist, gewinnt das Vertrauen der Fellnasen, sodass sie aus der Hand futtern und sich vielleicht auch mal sanft berühren lassen. Auf größere Streicheleinheiten verzichten sie allerdings gern. Goldhamster und Chinchillas sind hauptsächlich Beobachtungstiere. Doch ihre Laut- und Körpersprache und ihr natürliches Verhalten sind überaus interessant sowie unterhaltsam und toppen so manches Fernsehprogramm. BITTE NICHT STÖREN! Der Biorhythmus von nachtaktiven Nagern sollte keinesfalls gestört werden und die Ruhezeiten sind strikt einzuhalten. Während sich einige dämmerungs- und nachtaktive Tiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten, oft nach und nach auf die Wachzeiten ihres Menschen einstellen und auch tagsüber auf Achse sind, lassen sich Goldhamster und Chinchillas nicht einfach „umprogrammieren“. Du solltest sie keinesfalls am Tag aufwecken oder gar aus ihrem Unterschlupf nehmen. Selbst vorsichtiges Streicheln während des Schlafens ist tabu, denn die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Berührungsreize. Unregelmäßigkeiten im Schlaf-Wach-Rhythmus bedeuten für sie enormen Stress und machen sie langfristig krank. Auch die Lebenserwartung wird drastisch reduziert. Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen können die Folge sein. Vor allem Goldhamster neigen in diesen Fällen zu Kratz- und Beißattacken. Zeigt ein Goldhamster oder Chinchilla vermehrte Tagaktivität, solltest du sicherheitshalber einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen, da eine Erkrankung vorliegen kann. EIN GERÄUMIGES, RUHIGES PLÄTZCHEN Hamster und Chinchillas sind Bewegungstiere und ihr Gehege kann gar nicht groß genug sein. Plane für den Hamster eine Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter ein. Als Unterkunft können Gitterkäfige, Aquarien oder Terrarien dienen. Leider bieten sie allein nicht ausreichend Platz, weshalb eine Kombination sinnvoll ist. Käfige lassen sich ohne größeren Aufwand durch Röhren miteinander verbinden. Chinchillas sind überaus sozial und dürfen nicht allein gehalten werden. Um sich wirklich wohlzufühlen, brauchen zwei Tiere mindestens zwei Quadratmeter Grundfläche. Die Gehegehöhe sollte den Einbau von mehreren Etagen ermöglichen, um den Aktionsradius der Tiere noch zu erweitern. Beide Tierarten brauchen zusätzlich regelmäßigen Freilauf in einem abgesicherten Bereich. Das Gehege von nachtaktiven Tieren gehört in einen Raum mit Fenster, damit ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus gegeben ist. Der beste Standort ist eine geschützte, dunkle und gut belüftete Ecke ohne Zugluft. Aufgrund der Geräuschkulisse, die von nachtaktiven Nagern ausgeht, solltest du das Gehege nicht in der Nähe von Schlafzimmern platzieren. Andererseits brauchen die Tiere tagsüber ihre Ruhe. Vor allem für Chinchillas wäre ein eigenes Zimmer ideal, da sie zudem sehr hitzeempfindlich sind und eine stabile Umgebungstemperatur zwischen 18 und 21°C benötigen. ABENDLICHE PFLICHT Bei nachtaktiven Nagern sind ebenso alle Pflegearbeiten in die späten Abendstunden zu verlegen, denn dann sind die Tiere mobil. Während ihrer Schlafenszeit oder kurz nach dem Aufwachen haben sie keine große Lust auf Reinigungsaktionen jeder Art und schon gar nicht auf einen Großputz. Den Futternapf kannst du aber schon am frühen Abend befüllen, denn als Erstes wollen die Nager ausgiebig frühstücken. Die Hauptnahrung des Goldhamsters bilden hochwertige Trockenfuttermischungen. Sie enthalten viele Kleinsämereien, verschiedene Getreide, wenige Kerne, Nüsse und Ölsaaten sowie Trockengemüse, Trockenkräuter und getrocknete Insekten. Auch Heu und Frischfutter wie Karotten, Äpfel und Wildkräuter sind für eine gesunde Ernährung wichtig. Da Hamster keine reinen Vegetarier sind, brauchen sie ab und zu tierisches Eiweiß, wie fettarme Milchprodukte, etwas hartgekochtes Ei oder Lebendfutter. Das ideale Futterbuffet für Chinchillas wäre eine Wildwiese mit vielen verschiedenen Gräsern und Kräutern. Da uns die Wiesen nicht ganzjährig zur Verfügung stehen, wird auch hier auf die getrocknete Variante zurückgegriffen. Sind die Tiere an Grün- und Frischfutter gewöhnt, spricht nichts gegen ein Blättchen Salat oder kleine Portionen Knollengemüse. Als besondere Leckerei eignet sich getrocknetes Gemüse, wie Möhren und Erbsenflocken. Jede Art von Futterumstellung muss extrem langsam erfolgen, da die Tiere eine sehr sensible Verdauung haben. Sowohl Hamster als auch Chinchillas brauchen täglich frisches Wasser. Gesunde Knabberkost, wie die Äste und Zweige von Apfelbaum und Haselnussstrauch, sorgen für den nötigen Zahnabrieb und dürfen auf keinem Nagertisch fehlen. Esther Schmidt 9 ©Esther Schmidt
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