Heimtierjournal 168

50 Felines Asthma MEHR ALS NUR EIN HUSTEN Asthma gilt vielen als typische Erkrankung des Menschen. Doch auch Katzen können betroffen sein. Das sogenannte feline Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege, die unbehandelt die Lebensqualität der Tiere erheblich einschränkt und im Extremfall lebensbedrohlich werden kann. Aus dem Altgriechischen stammend, bedeutet Asthma „Beklemmung“ und spiegelt genau das Gefühl wider, welches Betroffene während eines Asthmaanfalls durchleben. Die Muskeln in den Bronchien verkrampfen sich, während sich gleichzeitig Schleim in den Atemwegen absetzt. Dadurch verengen sich sowohl Bronchien als auch Atemwege, wodurch die Atmung erheblich erschwert wird. Schätzungen zufolge leiden ein bis fünf Prozent aller Hauskatzen an Asthma. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei jungen bis mittelalten Tieren auf, Rassekatzen wie Siam oder Orientalisch Kurzhaar scheinen leicht überrepräsentiert zu sein. Grundsätzlich kann jedoch jede Katze erkranken. ALLERGISCHES ASTHMA Felines Asthma ähnelt stark dem allergischen Asthma des Menschen. Auslöser sind meist inhalierte Allergene, beispielsweise Hausstaubmilben, Pollen, Schimmelsporen sowie Zigarettenrauch, die zu einer Überreaktion des Immunsystems führen können. Die Bronchien entzünden sich, verengen sich krampfartig, es wird vermehrt Schleim produziert und das Atmen fällt schwer. SYMPTOME – VOM HUSTEN BIS ZUR ATEMNOT Typisch für felines Asthma ist anfallsartiger Husten, der von Tierhalter:innen nicht selten und fälschlicherweise als Würgen oder Haarballenproblem interpretiert wird. Weitere Symptome sind pfeifende Atemgeräusche, schnelle oder angestrengte Atmung, reduzierte Belastbarkeit und eine geduckte Körperhaltung mit vorgestrecktem Hals während eines Anfalls. In schweren Fällen zeigen die Schleimhäute eine bläuliche Verfärbung, ein Alarmzeichen, das sofortige tierärztliche Hilfe erfordert. DIAGNOSE UND THERAPIE Die Diagnose ist nicht immer einfach und erfordert eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie Herzproblemen, Lungenwürmern oder Infektionen. Neben der klinischen Untersuchung spielen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs eine zentrale Rolle. Asthma bei Katzen ist nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut kontrollierbar. Die Therapie zielt darauf ab, Entzündung und Bronchokonstriktion zu reduzieren. Standard sind Kortikosteroide zur Entzündungshemmung sowie Bronchodilatatoren zur Erweiterung der Atemwege. Zunehmend etabliert sich, ähnlich wie in der Humanmedizin, die inhalative Therapie, bei der Medikamente direkt in die Lunge gelangen und systemische Nebenwirkungen minimiert werden. Ebenso wichtig sind vorbeugende Maßnahmen. So können rauchfreie Haushalte, staubarme Streu, Verzicht auf Duftstoffe und regelmäßiges Lüften die Anfallshäufigkeit deutlich senken. Mit konsequenter Behandlung können asthmakranke Samtpfoten oft über Jahre ein nahezu normales Leben führen. Entscheidend ist jedoch das frühzeitige Erkennen der Symptome sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen.

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