Heimtierjournal 167

oder Nebenprodukten es sich handelt, ist nicht näher definiert. Halboffene Deklaration – Diese listet alle Inhaltsstoffe in einer Reihenfolge auf, doch es werden keine Prozentangaben ausgewiesen. Somit sind die Anteile der jeweiligen Zutaten nicht erkennbar. Offene Deklaration – Hierbei werden die einzelnen Zutaten mit ihrem prozentualen Anteil der Reihenfolge nach aufgelistet. Rohstoffe, die den größten Anteil der Nahrung ausmachen, stehen an erster Stelle. Für Tierhalter:innen bedeutet es, dass eine offene Deklaration bessere Rückschlüsse auf Qualität und Herkunft der Zutaten ermöglicht. Eine geschlossene Deklaration hingegen erschwert die Bewertung. Allerdings bedeutet es nicht generell, dass Futtermittel mit einer geschlossenen Deklaration weniger gut sind, allerdings bleibt die genaue Zusammensetzung weniger nachvollziehbar. ZUSATZSTOFFE – KLEINE MENGEN MIT GROSSER WIRKUNG Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren oder Antioxidantien dürfen nur zugesetzt werden, sind diese auf der Verpackung deklariert. Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen wie Vitamin D3, Taurin sowie Zink und technologischen Zusatzstoffen, beispielsweise Konservierungsstoffe und Antioxidantien. Insbesondere bei Katzen spielt der Zusatz von Taurin eine zentrale Rolle. Diese Aminosäure ist für die Katze lebensnotwendig, da die Tiere diese nicht in ausreichender Menge selbst bilden können. Fehlt Taurin über längere Zeit, drohen Herz- und Augenerkrankungen. NÄHRSTOFFGEHALT EINES FUTTERMITTELS Eine wichtige Komponente bei den Futtermitteln für Hunde und Katzen ist die Nährwertangabe. Die Ermittlung der Inhaltsstoffe erfolgt u. a. mit Hilfe der sogenannten Weender Futtermittelanalyse. Mag die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Methode auch veraltet erscheinen, dient diese nach wie vor als Orientierung bei der Analysierung des Feuchtigkeitsgehalts sowie der Werte zu Rohasche, Rohfaser, Rohprotein und Rohfett der Futtermittel für unsere Vierbeiner. Die Erklärung der analytischen Bestandteile ist nachfolgend aufgeführt: Rohprotein – Unter Rohprotein werden die stickstoffhaltigen Verbindungen in einem Futtermittel verstanden. Mithilfe des Wertes können die enthaltenen Proteine ermittelt werden ebenso wie die eiweißähnlichen Bestandteile, wie freie Aminosäuren, Alkaloide und Peptide. Rohfett – Der Rohfettgehalt bezeichnet die im Futter enthaltenen Öle, Fette und fettähnlichen Bestandteile. Sie können sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein. Rohasche – Der Rohaschegehalt gibt Auskunft über die Menge der Mineralien im Futter. Zur genauen Bestimmung wird das Futtermittel bei hoher Temperatur verbrannt. Bestimmt werden im Anschluss die unverbrennbaren Reste. Ausgewiesen werden somit die anorganischen Bestandteile – Mineralstoffe und Spurenelemente – des Futters. Rohfaser – Rohfasern sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die zu einem gewissen Anteil enthalten sein müssen, um die Kotkonsistenz zu regulieren. Hauptsächlich besteht Rohfaser aus Zellulose, aber auch Hemizellulose und Lignin. Restfeuchte – Liegt die Restfeuchte unter 14 Prozent, besteht keine Pflichtangabe in der Deklaration. Dieses betrifft in der Regel Trockenfuttermittel, deren Restfeuchte zwischen zehn und zwölf Prozent beträgt. Bei Nassfutter liegt der Wassergehalt zwischen 60 und 85 Prozent. GUTE ERNÄHRUNG BEGINNT MIT KLARER INFORMATION Die Deklaration von Futtermitteln für unsere Vierbeiner ist weit mehr als eine Pflichtangabe. Sie ist ein wesentliches Instrument für Tierfreund:innen, die Qualität und Zusammensetzung der Produkte beurteilen zu können. Zwar bieten die gesetzlichen Vorgaben eine gewisse Vergleichbarkeit, doch viele Formulierungen lassen Spielraum für Interpretation. Wer die typischen Begriffe und Kennzahlen versteht, kann deutlich besser einschätzen, was in den Napf des tierischen Schützlings gelangt. Es lohnt sich daher, genauer hinzusehen und auf eine offene Deklaration zu achten, um eine detaillierte Auskunft über die Inhaltsstoffe zu erhalten. Darüber hinaus empfiehlt sich stets eine Beratung im Fachmarkt vor Ort. Denn dort bieten kompetente Mitarbeiter:innen ausführliche Informationen rund um die gesunde Ernährung von Hund und Katze an.

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