Heimtierjournal 168

Wer sich zum ersten Mal die geselligen Mümmler in die eigenen vier Wände holt, sollte mindestens paarweise denken. Bei der Aufnahme eines weiteren Kaninchens, beispielsweise in eine bestehende Gruppe oder als neuen Partner für ein Einzeltier, ist bei der Vergesellschaftung darauf zu achten, dass der Neuankömmling zur Gruppe oder dem verbliebenen Artgenossen passt. Geduld und ausreichend Zeit zur Gewöhnung aneinander ist die Basis einer friedlichen Vergesellschaftung. GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN Bereits bei der Auswahl der einzelnen Tiere können Halter:innen möglichst gute Startbedingungen schaffen. Am einfachsten klappt es in der Regel, sind die Tiere etwa gleich alt und ähnlich groß. Wer einem älteren Kaninchen einen neuen Kumpel dazuholen möchte, wählt idealerweise ein Jungtier, da dieses in die bestehende Rangordnung hineinwächst und sich möglicherweise erst später einmal behaupten möchte. Der Start mit dem Einzug eines niedlichen Jungtierpärchens ist in der Regel problemlos, denn sie wachsen gemeinsam in ihre neue Partnerschaft hinein. AUF NEUTRALEM BODEN Zieht ein neues Kaninchen ein, ist es ratsam, dem kleinen Hausgenossen erst einmal ein bis zwei Wochen Zeit zu geben, sich in seinem neuen Umfeld einzuleben. Die vorhandenen und neuen Tiere werden daher zunächst für einige Zeit an einem neutralen und möglichst großen Begegnungsort zusammengeführt, denn dort bestehen keine Revieransprüche und alle Tiere müssen sich neu orientieren. Wichtig ist zudem, für ausreichend Flucht- sowie Versteckmöglichkeiten zu sorgen. Dafür eignen sich Häuschen, Tunnel, aber auch Kartons, die allerdings noch nicht von einem der Tiere markiert sein dürfen. Grundsätzlich müssen Sackgassen vermieden werden, in denen ein Tier in die Enge getrieben werden kann. Schwieriger ist es mit der Neutralität, besteht bereits eine größere vorhandene Gruppe und ein neues Kaninchen kommt dazu. In diesem Fall kann lediglich der Ort Neutralität bieten, dennoch bleibt die alte Gruppendynamik bestehen. Ein neues Tier in eine größere Gruppe zu vergesellschaften, sollte daher stets wohl überlegt sein. KÄMPFE UM DIE RANGORDNUNG Grundsätzlich kann es bei der Zusammenführung von Kaninchen durchaus dynamisch zugehen. Insbesondere bei den ersten Begegnungen der Tiere sollte der Mensch stets in der Nähe sein, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Ein Hinterherjagen der Tiere ist völlig normal. Solange keine Verletzungen entstehen, raten Expert:innen, die Kaninchen nicht wieder zu trennen. Kämpfe gehören bei den Tieren dazu. Anders sieht es allerdings aus, verbeißen sich die Tiere ineinander oder die Einschüchterung eines Tieres ist gar so groß, dass es sich im Fressverhalten oder im dauerhaften Rückzug äußert. In diesen Fällen ist eine Trennung der Raufbolde in zwei separaten Räumen über etwa ein bis zwei Wochen erforderlich, bevor ein neuer Versuch der Vergesellschaftung gestartet werden kann. Sind die Rangeleien beendet und die Kaninchen sitzen ruhig zusammen und fressen nebeneinander, können sie ihr gemeinsames Gehege beziehen. Kämpfe sollte es nun nur noch vereinzelt geben. Über die kommenden Wochen gewöhnen sich die Tiere weiter aneinander und wachsen als Gruppe zusammen. ZEIT UND GEDULD MITBRINGEN Wie lange eine Vergesellschaftung dauert, unterscheidet sich mitunter stark. Von einigen Tagen bis wenige Wochen beträgt mitunter der Zeitraum einer Zusammenführung. Geduld und das regelmäßige Beobachten der Tiere durch den oder die Halter:in ist unbedingt erforderlich. Steht nach einer erfolgreichen Zusammenführung ein Termin bei einem Tierarzt oder einer Tierärztin an, empfiehlt es sich, gleich alle Tiere vorzustellen. Ansonst könnte eine neue Vergesellschaftung notwendig werden, wenn die Bande noch nicht stark genug sind. IVH 19

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