Heimtierjournal 168

seine Eier in eine Muschel legt, wo sie anschließend vom Männchen befruchtet werden. Die Eier können sich so geschützt entwickeln, bis die Jungen schlüpfen. Dafür tragen die Bitterlinge, wie etliche andere Fische auch, kurzfristig die parasitischen Larvenstadien der Muscheln in den Kiemen und auf der Haut. Auch der Dreistachlige Stichling zeigt ein interessantes Fortpflanzungsverhalten. Die imposant gefärbten Männchen bauen in der Laichzeit ein kleines, kugelförmiges Nest, in dem sie, teilweise mit mehreren Weibchen, ablaichen. Nach der Eiablage bewachen und verteidigen die Männchen ihren Nachwuchs, bis dieser nach wenigen Tagen frei schwimmen kann. Der Gründling ist ein friedlicher, schwimmfreudiger Gruppenfisch, der sich bevorzugt über dem Bodengrund und an flachen Uferstellen aufhält und sich am heimischen Gartenteich gut beobachten lässt. Mit seinen an einen Bart erinnernden Barteln kann er hervorragend im Bodengrund versteckte Kleintiere aufspüren. NATURNAHE TEICHE Für die Haltung von Biotopfischen eignen sich gut bepflanzte naturnahe Gartenteiche. Der Teich sollte mindestens ein Volumen von 2 000 Litern besitzen, über verschiedene Stufen/Zonen verfügen und an einer Stelle etwa 80 Zentimeter tief sein, damit die Tiere sicher überwintern können. Im Naturteich müssen sich die Tiere ihre Nahrung, wie Plankton, Insektenlarven, Krebstiere und Algen, selbst suchen. Eine ausgeglichene Nähstoffbilanz ist bei Naturteichen besonders wichtig. Dies bedeutet, dass die von den Fischen und anderen Lebewesen abgegebenen Abfallstoffe im Rahmen des Stickstoffkreislaufs zu Nährstoffen für Pflanzen und Algen umgewandelt werden. Die Pflanzen bilden ihrerseits wieder die Grundlage für die Entwicklung von vielen Tierarten. Überschüssiges Pflanzenmaterial, beispielsweise Schilf, kann bei Bedarf entfernt werden. Bevor Fische in einen Naturteich eingesetzt werden können, müssen sich die Pflanzen allerdings entsprechend gut entwickelt haben. Dieses dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Soll der Naturteich funktionieren, dürfen nicht zu viele Fische eingesetzt werden. Für einen Zentimeter ausgewachsener Fisch sollten mindestens 30 Liter Wasser vorhanden sein. Das entspricht ungefähr einer Gruppe von sieben bis zehn Moderlieschen in einem 2 000-Liter-Teich. Sollen mehr Fische gehalten werden, muss eine gezielte Zufütterung erfolgen. Ebenso kann der Einsatz von Teichtechnik erforderlich sein. Im Fachhandel erhalten Interessierte eine kompetente und umfassende Beratung. VERZICHT AUF INVASIVE ARTEN Neben einheimischen Biotopfischen werden auch regelmäßig Arten aus Nordamerika, beispielsweise Gold- oder Dickkopfelritze, oder aus Asien der Goldbitterling angeboten. Aufgrund ihres invasiven Charakters und der damit verbundenen Gefahr für die einheimischen Gewässer und Fischarten sollte auf diese Arten jedoch im heimischen Naturteich verzichtet werden. IVH/BNA 47

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