Heimtierjournal 168

7 wie Pflanzenteile und Laub, die sich über den Winter angesammelt haben. Diese Zersetzungsprozesse verbrauchen Sauerstoff. Nährstoffe, wie Phosphat und Nitrat, werden freigesetzt und schaffen ideale Bedingungen für Algen. Besonders Schwebealgen profitieren von den noch wenigen Pflanzenkonkurrenzen im Frühjahr. Ziel aller Pflegemaßnahmen ist es daher, Nährstoffe zu reduzieren, Sauerstoff bereitzustellen und das biologische Gleichgewicht frühzeitig zu stabilisieren. START DES FRÜHJAHRSPUTZES Eine gründliche, aber maßvolle Reinigung ist nun der erste Schritt. Grobe Verschmutzungen wie Laub oder abgestorbene Pflanzenteile sollten mit einem Kescher entfernt werden. Doch haben sich zu viele biologische Substanzen am Boden des Teiches angesammelt, kann möglicherweise auch der Kescher nicht ausreichen, um die schlammige Mixtur herauszufischen. In diesen Fällen ist der Einsatz eines Schlammsaugers ratsam, mit dessen Hilfe die Schmutzpartikel am Bodengrund abgesaugt werden. Allerdings sollte der Bodenschlamm nicht vollständig beseitigt werden. Er beherbergt wertvolle Mikroorganismen, die für den Nährstoffabbau unverzichtbar sind. PFLEGE DER WASSERPFLANZEN Ist der Teich von Schlamm und Laub befreit, darf es nun den diversen Pflanzen an die Stängel gehen. Jetzt können abgestorbene Sumpfstauden komplett zurückgeschnitten, zu groß gewachsene Seerosen verkleinert und verfaulte Pflanzenreste sorgfältig entfernt werden. Nach dem ausgiebigen Ausputzen und Zurückschneiden der Pflanzen zeigt sich nun auch wo Platz für neue Pflanzen ist. Wer diese sorgsam und entsprechend ihren jeweiligen Standortansprüchen auswählt und einpflanzt, kann ein harmonisches Gesamtbild schaffen. Zudem bereichert die Blütenpracht in ihren Farben und Formen nicht nur jeden Wassergarten, sie erfüllt für das biologische Gleichgewicht im Teich darüber hinaus wertvolle Aufgaben. So filtern Teichpflanzen das Wasser, produzieren Sauerstoff und sind natürliche Nahrungskonkurrenten der Algen. TECHNIKCHECK NACH DER WINTERPAUSE Filter, Pumpen und UVC-Klärer sollten im Frühjahr gründlich überprüft und gereinigt werden. Pumpenräder können durch Ablagerungen blockiert sein und Dichtungen spröde werden. Filtermedien werden idealerweise nur mit Teichwasser ausgespült, um die vorhandenen Bakterienkulturen zu schonen. UVC-Lampen verlieren mit der Zeit an Leistung, auch wenn sie noch leuchten. Ein jährlicher Lampenwechsel zu Saisonbeginn ist sinnvoll, um die gewünschte Algenreduktion zu gewährleisten. WASSERWERTE IM BLICK BEHALTEN Im Frühjahr lohnt sich eine erste Wasseranalyse. Ein stabiler pH-Wert im Teich ist sehr wichtig, da jede Veränderung des pH-Wertes sich unmittelbar auswirkt und Stress für mögliche Teichbewohner bedeutet. Wie sauer, neutral oder basisch das Wasser ist, darüber gibt der pH-Wert Auskunft. Der ideale Wert sollte zwischen pH 6,5 und 7,5 liegen und befindet sich damit im neutralen Bereich. DAMIT ALGEN NICHT ZUR PLAGE WERDEN Kaum ein Thema beschäftigt Teichbesitzer:innen im Frühjahr so sehr wie der plötzliche Algenwuchs. Grünliches Wasser, schmierige Beläge an Steinen oder fädige Algenbüschel sind keine Seltenheit und zunächst kein Grund zur Panik. Generell sind Algen ein natürlicher Bestandteil jedes Gartenteiches und übernehmen wichtige Funktionen im Nährstoffkreislauf. Problematisch wird es erst, wenn sie überhandnehmen und andere Organismen verdrängen. Ein übermäßiger Algenwuchs ist fast immer ein Hinweis auf ein Nährstoffungleichgewicht, das die idealen Lebensbedingungen für Algen bildet. Breiten sich diese unkontrolliert aus, hilft in solchen Fällen nur noch die gründliche Bekämpfung. Je nach Algentyp stehen hier zahlreiche Produkte und Maßnahmen zur Verfügung. Hochwirksam gegen Faden- und Schwebealgen und gegen die Algenblüte im Frühjahr sind namhafte Algenbekämpfungsmittel. Präzise und konsequent eingesetzt, sind diese hochwirksam. Nach jeder Algenbekämpfung sollte die Wasserqualität im Gartenteich optimal eingestellt werden, damit sich Algen nicht so schnell wieder vermehren können.

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