8 Unerwünschtes Verhalten bei Hund und Katze Nobody is perfect Buddeln, Jagen, Kratzen, Markieren oder Bellen gehören zu den angeborenen Verhaltensweisen unserer Hunde und Katzen, die wichtige soziale und emotionale Funktionen erfüllen. Somit sind diese zunächst völlig normal, solange sie im Einklang mit einem harmonischen Zusammenleben stehen. Der Hund bellt nicht, um zu ärgern, sondern weil er etwas meldet, sich langweilt oder gar unsicher ist. Die Katze kratzt nicht aus Bosheit am Sofa, sondern pflegt ihre Krallen und markiert ihr Revier. Unsere Vierbeiner handeln lediglich gemäß ihren Bedürfnissen, Instinkten und Lernerfahrungen. Aus verhaltensbiologischer Sicht gibt es daher kaum unerwünschtes Verhalten, sondern eher missverstandene Kommunikation. STRESS ALS HÄUFIGE URSACHE Studien belegen, dass Stress einer der Hauptauslöser für auffälliges Verhalten bei unseren bellenden und schnurrenden Vierbeinern ist. Veränderungen im Alltag, zu wenig Ruhe, eine falsche Auslastung oder soziale Konflikte wirken sich direkt auf das Verhalten der Tiere aus. Bei Katzen äußert sich Stress oft subtil, etwa durch Unsauberkeit oder Rückzug. Hunde reagieren häufiger offensiv mit Zerstörungsdrang, Leinenpöbeln oder übermäßigem Bellen. In beiden Fällen ist das Verhalten ein Symptom und kein Charakterfehler. LERNEN AM FALSCHEN OBJEKT Ein großer Teil unerwünschten Verhaltens bei Hund und Katze entsteht nicht aus Absicht, sondern aus erfolgreichem Lernen. Verhaltensbiologisch gilt ein einfacher Grundsatz: Verhalten, das sich lohnt, wird wiederholt. Dabei entscheidet allein die Perspektive des Tieres und nicht unsere Bewertung. Ein Hund, der während des Alleinseins jault und dafür nach der Rückkehr seines Menschen besonders viel Aufmerksamkeit erhält, lernt: Laut sein bringt Nähe. Eine Katze, die nachts miaut und daraufhin Futter erhält, speichert ab: Nachtaktivität lohnt
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