16 Futterneid beim Hund Konkurrenz am Napf Sei es der Mensch oder das Tier, die Ernährung stellt für uns alle die unverzichtbare Grundlage unseres Überlebens dar. Diese Ressource zu verteidigen, ist daher ein tief verankertes, instinktives Verhalten. Gerät aus Sicht unserer Vierbeiner dieses Gut in Gefahr, können die Tiere durchaus auf sehr unterschiedliche Weise reagieren. Doch was steckt hinter dem sogenannten Futterneid? Zunächst beschreibt Futterneid ein Verhalten, bei dem der Hund versucht, seine Nahrung gegenüber Artgenossen oder sogar Menschen zu verteidigen. Dabei ist es vielmehr die Angst als der Neid, die sich durch subtile Signale, wie schnelleres Fressen bis hin zu Knurren, Schnappen oder Beißen bemerkbar machen kann. Von dieser Form der Ressourcenverteidigung können neben dem Futter auch Spielzeug, Schlafplätze oder Bezugspersonen betroffen sein. KEIN ZEICHEN BÖSEN WILLENS Grundsätzlich ist Futterneid nicht als böser Wille des Tieres zu verstehen, sondern es ist schlicht und ergreifend ein natürliches Verhalten. Müssen unsere Vierbeiner heutzutage längst nicht mehr um Nahrung kämpfen, ist dieses Verhalten doch genetisch verankert, denn in freier Natur sichert nur derjenige sein Überleben, der Ressourcen verteidigt. Generell ist Futterneid nicht als Zeichen von Ungehorsam zu werten. Allerdings braucht es Zeit und Geduld, bei den betroffenen Tieren ein entspanntes Verhältnis hinsichtlich der Ressourcenverteidigung zu erlangen. URSACHEN DES FUTTERNEIDS Auch individuelle Erfahrungen können einen verstärkten Futterneid auslösen. Hunde, die in ihrer Vergangenheit Hunger erlebt haben oder sich ihr Futter mit vielen Artgenossen teilen mussten, entwickeln häufiger ein entsprechend ausgeprägtes Verteidigungsverhalten. Insbesondere Hunde aus dem Tierschutz können über solche Prägungen verfügen. Eine entscheidende Rolle besitzen allerdings auch wir als Tierhalter:innen. Mögliche unklare Strukturen bei der Fütterung, fehlende Rituale oder das gleichzeitige Füttern mehrerer Hunde ohne ausreichenden Abstand begünstigen Konkurrenzsituationen. Ebenso problematisch ist es, machen sich die Vierbeiner untereinander ihr Futter streitig, ohne das Eingreifen des Menschen. In diesen Fällen entsteht schnell ein Lernprozess, bei
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