Heimtierjournal 169

dem sich der scheinbar stärkere oder schnellere Hausgenosse durchsetzt, während der eher unsichere Hund lernt, sein Futter besonders vehement verteidigen zu müssen. FUTTERNEID ENTGEGENWIRKEN Erfordert es auch Zeit und Geduld, so lässt sich Futterneid in vielen Fällen abgewöhnen. Die Schaffung sicherer Rahmenbedingungen ist für diesen Prozess dabei von großer Bedeutung. Und so ist die Fütterung in einer ruhigen Umgebung bereits ein wesentlicher Aspekt, um Futterneid entgegenzuwirken. Es ist ratsam, in einer Mehrhundehaltung die Fütterung der Hunde getrennt voneinander, mit einem ausreichenden Abstand oder in verschiedenen Räumen vorzunehmen. Damit ist gewährleistet, dass jeder Hund einen eigenen festen Futterplatz zugewiesen bekommt, an dem er ungestört seine Mahlzeit aufnehmen kann. Bereits diese Maßnahme kann einen Großteil des Konfliktpotenzials reduzieren. Darüber hinaus ist es sinnvoll, klare Strukturen und Rituale zu etablieren. Hunde profitieren enorm von vorhersehbaren Abläufen. Feste Fütterungszeiten, ein ruhiges Warten vor dem Napf und ein eindeutiges Freigabesignal deinerseits helfen dabei, Sicherheit zu schaffen. Die vom Menschen ausgehende kontrollierte Situation hilft dem Vierbeiner enorm, denn dies stärkt sein Vertrauen und reduziert sein Bedürfnis, selbst die Kontrolle übernehmen zu müssen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Training der Impulskontrolle. Übungen wie „Sitz“ und „Bleib“, die vor der Fütterung erfolgen, fördern die Selbstbeherrschung der Tiere und stärken zugleich die Orientierung am Menschen. NIEMALS BESTRAFEN Im Umgang mit Futterneid ist der Einsatz von Strafen keine Option. Ein Hund, der beispielsweise für sein Knurren bestraft wird, lernt aus dieser Situation lediglich, das Warnsignal zu unterdrücken. Die Ursache, also Unsicherheit und Angst, bleibt jedoch bestehen. RAT VON EXPERT:INNEN Verbessert sich trotz Training, ruhiger Umgebung und fester Abläufe die Situation nicht, empfiehlt es sich, professionellen Rat einzuholen. Tierärzt:innen oder Hundetrainer:innen sind in der Lage, das Verhalten des Hundes entsprechend zu analysieren und möglichen tiefergehenden Ursachen auf den Grund zu gehen. Je frühzeitiger gehandelt wird, desto erfolgreicher ist die Aussicht, dass sich die Verteidigung von Ressourcen erst gar nicht verfestigt und sich nachhaltig ein entspanntes Verhalten im Umgang mit Nahrung oder anderen Objekten entwickelt. 17

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