Heimtierjournal 169

Beliebte Aussichtsplätze für Kaninchen Kaninchen müssen stets auf der Hut sein. Viele Aussichtsplätze garantieren den Fellnasen einen guten Rundumblick und bieten gleichzeitig viel Hör- und Geruchsfreiheit. Wer als Langohr zur Welt kommt, hat es gar nicht so leicht. Geboren als Beutetier, verfügen die Wildkaninchen über keine wirksamen Verteidigungsmittel. Sie haben weder gefährliche Pranken noch ein Raubtiergebiss. Nicht einmal einen Schutzpanzer oder ein wirksames Gift können sie vorweisen. Deshalb versuchen die Kaninchen jede Art der Konfrontation mit dem Feind zu vermeiden. Ihre altbewährte Überlebensstrategie heißt: weglaufen, verstecken und reglos ausharren. TEAMWORK MACHT STARK Um Feinde rechtzeitig enttarnen zu können, hat die Natur die Kaninchen mit leistungsfähigen Sinnen ausgestattet, allen voran ein exzellentes Hörvermögen, eine gute Fernsicht und ein hochentwickelter Geruchssinn. Gepaart mit flinken Pfoten, einem blitzschnellen Reaktionsvermögen und einer großen Portion Cleverness gelingt es den Fellnasen, viele Angreifer auszutricksen. Doch allein wäre ein Kaninchen kaum überlebensfähig, denn auch das pfiffigste Langohr kann nicht rund um die Uhr im Einsatz sein. Deshalb leben die Wildkaninchen in großen Familienverbänden zusammen und betreiben intensives Teamwork. Einen Großteil ihrer Zeit verbringen sie unterirdisch in einem selbst gegrabenen, weit verzweigten Tunnelbau. Bei jedem Höhlenausflug werden einige Sippenmitglieder als Aufpasser abkommandiert, die über die Artgenossen wachen. Droht Gefahr, rühren sie eilig die Buschtrommel, indem sie kräftig mit den Hinterpfoten klopfen. Im Nu ist die gesamte Sippe im nächstgelegenen Tunnel verschwunden. Die Wächter nehmen ihren Job sehr ernst, denn schließlich tragen sie nicht nur die Verantwortung für den Einzelnen, sondern sichern das Überleben der gesamten Kolonie. Um ihre Arbeit gewissenhaft erledigen zu können, suchen sich die Aufpasser gern einen erhöhten Standort, wie einen Hügel, einen Erdwall oder eine Böschung. Zwischendurch richten sie sich immer wieder auf den Hinterpfoten auf, um einen noch besseren Überblick zu haben und auch die oberen Luftschichten einer genauen Geruchsanalyse zu unterziehen. In dieser Stellung können sie minutenlang ausharren. Nur die Drehbewegung der langen Löffel, die sich unabhängig voneinander ausrichten können, zeugt von der erhöhten Alarmbereitschaft. 36 Wachposten mit langen Löffeln

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