Heimtierjournal 169

Habitate sind strömungsarm, weshalb auch im Aquarium maximal eine leichte Strömung herrschen sollte. Die Tümpel sind oft stark verkrautet. Auch Kampffische in menschlicher Obhut mögen eine dichte Bepflanzung, in die sie sich zurückziehen können. Optimal ist dafür eine Auswahl feinfiedriger Pflanzen. Hierzu berät der Fachhandel gern. Verschiedene Wurzeln und ein feinkörniger Bodengrund runden die Einrichtung des Aquariums ab. ZU GROSSE FLOSSEN KÖNNTEN EIN PROBLEM SEIN Einige Zuchtformen der Kampffische weisen durch Ausleseprozesse sehr lange und ausladende Flossen auf. Ob dies möglicherweise ihr natürliches Schwimmverhalten beeinträchtigt, ist derzeit noch nicht bekannt. EINZELGÄNGER BLEIBT EINZELGÄNGER! Kampffische, vor allem bunte Farbzuchten, sind sehr territorial, auch in der Natur. Zwei Männchen auf kleinem Raum werden sich bekämpfen, bis der schwächere Kontrahent an Erschöpfung stirbt. Manche Kampffische nehmen sogar ihr eigenes Spiegelbild im Aquarium als Widersacher war. In solchen Fällen kann es helfen, die seitlichen Scheiben des Aquariums mit dunkler Kunststofffolie abzukleben. Aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens sollten männliche Kampffische ausnahmslos allein gehalten werden. Auf eine Vergesellschaftung eines Männchens mit einem Weibchen sollten Aquarianer:innen ebenfalls verzichten. Zwar werden Weibchen nicht so vehement bekämpft wie Männchen, doch sie würden dennoch dauerhaft unter dem Druck des Männchens stehen. Vor allem in handelsüblichen Aquarien mit Kantenlängen von 60 bis 100 Zentimetern sollte auf innerartliche Vergesellschaftungsversuche verzichtet werden. Eine Vergesellschaftung mit kleineren Fischen anderer Arten ist hingegen oftmals erfolgreich. Diese sollten allerdings nicht zu aktiv sein und den Kampffisch nicht zu sehr unter Stress setzen. Ein Besatz des Bodens mit kleinen Panzerwelsen oder Dornaugen ist ebenfalls denkbar. FAZIT Siamesische Kampffische sind angenehme Aquarienfische. Sie eignen sich aber nicht für ein klassisches Gesellschaftsaquarium. Um sie tiergerecht zu pflegen, sind dicht bepflanzte Aquarien mit geringer Strömung ratsam. So können die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben. Eine Vergesellschaftung mit anderen Fischarten ist in geringem Maß möglich, muss aber zum Wohl aller Aquarienbewohner mit Bedacht gewählt werden. BNA/IVH 53

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