grund und unzureichende Hygiene sind entscheidende Faktoren, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Ebenso sind Mischinfektionen verschiedener Kokzidienarten möglich. Insbesondere Tiere aus großen Zuchtanlagen sind häufig bereits in jungem Alter infiziert. Auch der Kontakt zu Wildkaninchen oder Frischfutter von stark frequentierten Wiesen kann eine Ansteckung begünstigen. ERSTE ANZEICHEN Eine Kokzidieninfektion erfolgt oral und kann zunächst symptomlos verlaufen. Nicht selten treten Krankheitszeichen, wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Durchfall, bei Jungtieren sowie bei älteren bereits geschwächten Tieren auf. In schweren Fällen können auch Krämpfe, Lähmungserscheinungen oder Sekretabsonderungen aus Nase und Maul auftreten. Eine Sammelkotprobe über mehrere Tage kann Aufschluss geben. BEHANDLUNG UND VORBEUGUNG Wird eine Infektion festgestellt, ist schnelles Handeln erforderlich. Während der Behandlung durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin kommen entsprechende Medikamente zum Einsatz. Grundsätzlich gefährlich wird eine Kokzidiose, je nach Intensität der parasitären Infektion sowie Immunstatus des betroffenen Tieres. HYGIENE ALS WICHTIGSTES SCHUTZSCHILD Um Kaninchen bestmöglich vor einem Befall mit Kokzidien zu schützen, bilden hygienische Maßnahmen die wichtigste Grundlage einer wirksamen Vorbeugung und sollten konsequent und regelmäßig umgesetzt werden. Beachte daher Folgendes: Quarantäne bei Neuzugängen – Jungtiere, aber auch ältere Tiere sollten vor einer Vergesellschaftung in einem separaten Gehege untergebracht und zuvor durch eine Kotuntersuchung auf Kokzidien getestet werden, bevor sie in eine Gruppe ihrer Artgenossen integriert werden. Ernährung und Futterhygiene – Eine artgerechte Ernährung ist entscheidend für ein gesundes Darmmilieu sowie eine gute Darmmobilität. In stets ausreichenden Mengen und in einem sauberen Umfeld sollten den Tieren hochwertiges Grünfutter und Heu zur Verfügung stehen, die nicht mit Kot in Kontakt gelangen können. Hygiene im Gehege – Das tägliche Entfernen von Kot, das regelmäßige Auswaschen von Tränken und Futterschalen sowie die Verwendung stets trockener und sauberer Einstreu sind entscheidend, um das Risiko eines Kokzidienbefalls zu reduzieren. Feuchte und verschmutzte Bereiche hingegen bieten ideale Bedingungen für die Parasiten. Stress vermeiden – Generell schwächt Stress das Immunsystem der Tiere und begünstigt Infektionserkrankungen. Eine harmonische Gruppenkonstellation mit einem ausreichenden Platz- und Beschäftigungsangebot reduziert das Risiko deutlich. BESTE VORAUSSETZUNG FÜR EIN GESUNDES KANINCHENLEBEN Kokzidien sind in der Kaninchenhaltung weit verbreitet. Entscheidend ist, dass du deine Tiere gut beobachtest, Veränderungen ernst nimmst und bei Verdacht frühzeitig den Tierarzt oder die Tierärztin aufsuchst. Mit konsequenter Hygiene, regelmäßigen Kotkontrollen und einer verantwortungsvoller Haltung lässt sich das Risiko einer Infektion erheblich minimieren. 41 INFEKTION UND IMMUNITÄT Überstehen Kaninchen die Erstinfektion, sind sie gegen den jeweils spezifischen Erreger der Kokzidiose bei zukünftigen Infektionen vor Krankheitssymptomen geschützt. Infektionen können also jedes Mal dann auftreten, wenn ein Kaninchen mit einer bestimmten Eimeria-Art noch nicht in Berührung gekommen ist und noch keine Immunität gegen den entsprechenden Erreger erworben hat. ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) Deutschland e. V.
RkJQdWJsaXNoZXIy NTYxMjE=