Flöhe sind richtig lästig. Sie kribbeln, pieken und hüpfen munter
von Hund auf Katze, von Katze auf Kissen, von Kissen auf Mensch und
wieder zurück. Sie legen Eier und vermehren sich und wer nicht
eingreift, wird schon bald keine ruhige Minute mehr in den eigenen
vier Wänden haben. Für Hund und Katze sind Flöhe nicht nur lästig,
sondern wahre Plagegeister. Wer schon einmal einen Hund dabei
beobachtet hat, der aus dem Schlaf hochschreckt und sich hektisch
kratzt, der erahnt, wie fies Flohbisse sind.
Indizien von
Flohbefall
Flöhe verstecken
sich im Fell von Haustieren so gut, dass sie lange Zeit unbemerkt
bleiben. Das Problem ist, dass Flöhe in mehreren Stadien leben und
die Ausbreitung im Stillen stattfindet. Die Behandlung aller drei
Stadien ist nötig, wie diese Studie der Tierärztlichen Fakultät der
Ludwig-Maximilians-Universität München herausfand. Spätestens,
wenn Tiere sich verstärkt kratzen ist es Zeit, den Dingen auf den
Grund zu gehen. Der Schnelltest mit dem Flohkamm bringt es ans Licht. Man zieht ihn einfach durch das
Fell des Haustiers und prüft, ob sich schwarze Kügelchen zwischen
den Zinken verfangen. Ein anderer Schnelltest lässt sich mit einem
feuchten Papiertuch durchführen. Hierbei nehmen Tierbesitzer das
feuchte Tuch und legen es unter Hund oder Katze. Jetzt wird das
Haustier gekrault und durchgestrubbelt. Auf dem feuchten Tissue sind
die verräterischen Kügelchen sofort zu erkennen.
Tipp 1: Vorbeugen ist besser als bekämpfen
Die beste Art mit
Flöhen umzugehen ist eine gezielte Vorbeugung. Eine Grundregel in
Haushalten mit Haustieren lautet, regelmäßig gründlich zu
reinigen. Decken, Kissen und Körbchen sind regelmäßig zu waschen,
Hartböden regelmäßig zu wischen, Teppiche und Polster aller Art
intensiv abzusaugen. Dazu empfehlen sich leistungsfähige Geräte mit
entsprechend umfangreicher Ausstattung. Eine Fugendüse für das Sofa
sollte ebenfalls dabei sein und auch eine Extra Polsterbürste ist
nützlich. Kombinierte Geräte, die zusätzlich einen Handsauger
aufweisen, sind perfekt, denn damit lassen sich schnell Tierhaare,
Krümel und Staub im Alltag ganz nebenbei aufnehmen. Geräte mit
Staubbeutel sind deshalb gut geeignet, weil die Beutel mit den
aufgenommenen Floh-Eiern und Larven eingefroren werden können. Doch
auch beutellose Modell kommen in Frage. Nutzer sollten dann
allerdings darauf achten, nach dem Saugen den Auffangbehälter zu
leeren, am besten außerhalb der Wohnung. Die Auswahl des
Staubsaugers spielt eine zentrale Rolle beim Thema Floh-Vorbeugung,
denn die Saugkraft und Reinigungsfähigkeit muss stimmen. Wer über
die Anschaffung eines neuen Geräts nachdenkt, sollte sich vorab über
die aktuellen Staubsaugermodelle informieren und prüfen, ob diese
den besonderen Ansprüchen gerecht werden, die ein Tierhaushalt mit
sich bringt.
Flöhe haben enorme Sprungkraft.Tipp 2: Prophylaxe an Hund oder Katze
Da Flöhe
geschickte Parasiten sind, kann es dazu kommen, dass Halter sie zu
spät bemerken. Kommen die Flöhe sogar dazu, Eier zu legen, aus
denen bereits kurz darauf Larven schlüpfen, wird es problematisch.
Die Eier verteilen sich kreuz und quer in der Wohnung und die Larven
krabbeln in dunkle Ecken und warten auf ihren Einsatz. Deshalb ist
die Prophylaxe direkt am Haustier so wichtig. Denn selbst, wenn der
Flohbefall am Tier bemerkt und ein paar Tage darauf bereits behandelt
wird, dauert es oft Wochen und Monate, bis wirklich alle Flöhe, Eier
und Larven aus der Wohnung entfernt sind.
Durch die Prophylaxe direkt am Tier lässt sich die
Verbreitung des Befalls unterdrücken. Das Problem ist, dass sich die
Flöhe in Abhängigkeit von Jahreszeit, Temperatur und
Luftfeuchtigkeit unterschiedlich schnell weiterentwickeln. Deshalb
empfehlen Experten, die Haustiere ganzjährig gegen Parasiten zu
schützen. Geeignet sind zum Beispiel Spot-On-Präparate
oder Flohhalsbänder. Flöhe sind mögliche Überträger von
Bandwürmern. Eine regelmäßige Wurmkur wird aus diesem Grund von
Tierärzten empfohlen.
Tipp 3: Bei akutem Befall schnell handeln
Ist es trotz
Prophylaxe dazu gekommen, dass Flöhe Einzug halten konnten, ist
rasches Handeln angezeigt. Sobald Verbraucher feststellen, dass Flöhe
im Haus sind, sollten Sie sofort Gegenmaßnahmen ergreifen:
Decken,
Kissen und Textilien bei mindestens 60 ° C waschen. Dieser Vorgang
sollte alle 4 bis 6 Wochen wiederholt werden, um übriggebliebenen
Eiern und Larven langfristig den Garaus zu machen.
Polster,
Teppiche und Böden mehrfach in kurzen Abständen gründlich
reinigen. Hier macht sich ein saugstarker und vielseitig
einsetzbarer Staubsauger bezahlt. Die Erfahrung zeigt, dass beim
ersten Saugdurchgang nicht viel mehr als die Hälfte der Flöhe
entfernt werden. Ein Grund ist, dass durch die Bewegung, die in den
Polstern und Teppichen durch das Saugen entsteht, die Flöhe zum
Schlüpfen gebracht werden.
Bei sehr
starkem Befall ist die Behandlung der Umgebung mit einem speziellen
Ungezieferspray empfehlenswert. Dabei sind die Benutzerhinweise zu
beachten, um weder Tier noch Mensch Schaden zuzufügen. Der SWR
informiert in dem Beitrag „Schädlingsbekämpfung im Haus“ über umweltgerechte Methoden.
Eine
besonders heftige Keule ist Fogger.
Dabei handelt es sich um einen Sprühautomaten, der einen Raum
komplett einnebelt und besonders wirksam gegen Flöhe, Eier und
Larven ist. Achtung: Der Raum wird für 2 Stunden verschlossen und
weder Bewohner noch Haustiere dürfen sich darin befinden.
Tipp 4: Alternative Hausmittel gegen Flöhe
testen
Früher setzten
Menschen auf Hausmittel, um sich vor Flohbefall zu schützen. Ist
einmal kein Präparat zur Hand, können Haustierbesitzer es mit
diesen Tricks probieren:
Kerze im
Wasserbad – In ein flaches Gefäß wird Wasser mit ein wenig Spüli
vermischt. Schäumen darf es nicht, deshalb nicht zu viel
hineingeben. In der Mitte des Gefäßes wird eine Kerze platziert
und angezündet. Die Wärme soll die Flöhe anziehen. Auf ihrem Weg
zur Wärme müssen sie das Wasser durchqueren, was prinzipiell kein
Problem wäre. Flöhe sind so leicht, dass sie das Wasser trägt.
Aber das Spülmittel vermindert die Oberflächenspannung, so dass
die Tiere ertrinken.
Citronella
lässt Flöhe verduften – Der Geruch von Citronella ist für Flöhe
unangenehm. Er sorgt dafür, dass Flöhe die duftenden Areale
meiden. Citronella gibt es als Duftöl und kann zum Beispiel in
Putzwasser getropft werden. Auch als Zugabe in einer
Handsprühflasche ist es nützlich. Mit dem Citronella-Wasser können
Vorhänge, Tierbetten, Kissen, Decken und andere Textilien besprüht
werden.
Wer sich
prophylaktisch bei seinem Haustier um den Flohbefall kümmert hat
gute Chancen, den ungebetenen Hausgästen zu entgehen. Sollte es
trotzdem einmal zu einem Befall kommen ist es ratsam, schnellstens zu
handeln, um die Ausbreitung zu verhindern. Der Einsatz eines
leistungsfähigen Staubsaugers und die regelmäßige Reinigung der
Böden, Polster und Textilien ist ebenfalls wichtig, um Flöhe
dauerhaft auf Abstand zu halten.